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Zeit für Begegnung, Landesverband für Suchtkranken- und Lebenshilfe e.V.
1. Wer sind wir?Wir sind eine wachsende Gruppe von Betroffenen und Interessierten, die aufgrund ihrer speziellen Probleme (Sucht, Leben), ihre Erfahrung weitergeben. Unsere Kompetenz resultiert aus Lebenserfahrung und theoretisch-thematischer Auseinandersetzung mit unserer Sucht, dem jeweiligen Problem oder dem entsprechenden Thema.
Unsere Werte:Christliche Spiritualität. Sie resultiert aus unserer Grunderfahrung, nur mit Jesus Christus als Mittelpunkt, unser Leben führen zu können. Für uns steht fest: ohne Gott geht es nicht. Dabei leben wir Gruppeneinheit in Vielfalt. Unsere Gruppen stehen Betroffenen aller Konfessionen offen.
Ganzheitlichkeit. Wir verstehen die Welt als ein komplexes, aber vernetztes System. Darum achten wir bei allem auf die größeren Zusammenhänge. Wir denken und handeln konsequent unter systemischen Gesichtspunkten. Das hat entscheidenden Einfluss auf unser Verständnis von Problemen und deren Lösungen.
Beziehungsfähigkeit. Eine vertrauensvolle und angemessene Beziehung zu sich selbst, anderen Menschen und zu Gott zu pflegen ist uns genauso wichtig, wie notwendige Abgrenzungen. In diesem Wechsel von Nähe und Distanz entwickelt sich wirkliche Beziehungsfähigkeit.
Barmherzigkeit. Weil wir um unsere Grenzen wissen entwickeln wir den Mut, schwach sein zu dürfen. Das befähigt uns, mit der Schwäche anderer respektvoll und barmherzig umzugehen.
Wahrheit. Um den Problemen auf den Grund gehen zu können, müssen wir Mut zur Ehrlichkeit zeigen. Weil nur die Wahrheit frei von Verleugnungsmustern macht, ringen wir um Eindeutigkeit, Ehrlichkeit und Wahrheit.
Gelassenheit. Gelassenheit prägt unsere Aktivitäten und Prozesse. Im Vertrauen auf Gottes Handeln gewinnen wir mehr und mehr Freiheit, loszulassen und die Kontrolle aufzugeben. Das geht einher mit einem wachsenden Gespür für Situationen, die uns wieder abhängig machen könnten.
Kompetenz. Zu unserm Bemühen um persönliches Wachstum gehört auch die Weiterbildung, um in geistlicher, fachlicher, sozialer und emotionaler Hinsicht kompetent zu bleiben.
Schönheit. Kreativität und Ästhetik prägen den Umgangsstil und die Atmosphäre unserer Arbeit.
2. Was wollen wir?Das Thema Sucht ist bis heute mit viel Unwissenheit, Ignoranz und Ressentiments wie Willens- und Charakterschwäche, behaftet. Suchterkrankungen werden noch immer als Familiengeheimnis gehütet oder am Arbeitsplatz mit Entlassung, statt Hilfe geahndet, in Kirchgemeinden als gestörte Gläubigkeit verstanden. Es ist unser Anliegen, das Thema Sucht zu enttabuisieren, Hilfestellung zu entsprechenden Themen sowie bei der Genesung zu geben und Aufklärung zu leisten.
Wir arbeiten mit dem 12-Schritte-Programm des Endlich leben! Netzwerkes.
Die 12 Schritte geleiten uns durch diesen Prozess der positiven Veränderungen zu einem Leben mit neuen Perspektiven. „Werden wie Gott mich gedacht hat“ ist das Motto unserer Arbeit.
Die 12 Schritte1. Wir gaben zu, dass wir unseren Gewohnheiten und Bindungen gegenüber machtlos sind und unser Leben nicht mehr meistern konnten.
2. Wir kamen zu dem Glauben, dass Jesus Christus, größer als wir, uns unsere geistige Gesundheit wiedergeben kann.
3. Wir fassten den Entschluss, unsern Willen und unser Leben der Sorge Gottes – wie ER sich uns offenbarte – anzuvertrauen.
4. Wir machten eine gründliche und furchtlose Inventur in unserm Inneren.
5. Wir gaben Gott, uns selbst und anderen Menschen gegenüber unverhüllt unsere Fehler zu.
6. Wir waren völlig bereit, all diese Charakterfehler von Gott beseitigen zu lassen.
7. Demütig baten wir ihn, unsere Mängel von uns zu nehmen.
8. Wir machten eine Liste aller Personen, denen wir Schaden zugefügt hatten und wurden willig, ihn bei allen wieder gutzumachen.
9. Wir machten bei diesen Menschen alles wieder gut, wo immer es möglich war, - es sei denn, wir hätten dadurch sie oder andere verletzt.
10. Wir setzten die Inventur bei uns fort, und wenn wir Unrecht hatten, gaben wir es sofort zu.
11. Wir suchten durch Gebet und Besinnung die bewusste Verbindung zu Gott – wie ER sich uns offenbarte – zu vertiefen. Wir baten ihn nur, uns seinen Willen erkennbar werden zu lassen und uns die Kraft zu geben, ihn auszuführen.
12. Nachdem wir durch diese Schritte ein geistliches Erwachen erlebt hatten, versuchten wir, diese Botschaft anderen weiterzugeben und unser tägliches Leben nach diesen Grundsätzen auszurichten.
Dieses Programm bietet umfassend Hilfe für Beziehungs- und Suchtprobleme. Es befreit von zwanghaften Denk- und Lebensmustern und ist ein realistisches Angebot zur Heilung und Veränderung der Persönlichkeit, weil es keine schnellen Lösungen anbietet.
Wir wollen deshalb:
Dieses Programm verstehen wir als empfehlenswertes Seelsorgeprogramm für jede Kirchgemeinde. Authentizität, Verständnis, Veränderung, unbehinderte Beziehung zu Jesus und Wahrhaftigkeit sind unsere Ziele. Wir wollen helfen, dass veränderungswillige Kirchgemeinden zu Orten der Barmherzigkeit und ihre Mitglieder zu Hoffnungszeichen für ihr Umfeld werden.
12-Schritte-Gruppen sind Anlaufstelle für Menschen, die Hilfe brauchen, oder jemanden vermitteln möchten.
Das leisten wir nicht:- spezifische Therapie
- Fachberatung
- Medikation
- Suchttherapie
- Verurteilung/ Aburteilung
3. Wen wollen wir erreichen?Alle. Willige. Betroffene und ihr Umfeld. Interessierte. Mit dem 12-Schritte-Programm regen wir zur Lebenshilfe an und helfen den Menschen, ihre zerstörerischen Lebensmuster in Verhalten oder Denken zu ändern.
4. Wie arbeiten wir?Die Arbeit vor Ort geschieht in zertifizierten Selbsthilfegruppen, die sich regelmäßig zum Austausch treffen. Bei jedem Treffen wird über einen der 12 Schritte gesprochen, wobei die Teilnehmenden
· ausschließlich nur von sich reden
· einander stehen lassen
· ehrlich, offen und echt sind
· keine »billigen« Lösungen anbieten
· unterschiedliche Glaubensüberzeugungen stehen lassen
· verschwiegen sind und die Anonymität wahren
· dem Betroffenen gerade bei »Abstürzen« durch Anteilnahme, Begleitung und Ermutigung Hilfestellung geben, denn dazu ist die Gruppe da.
Diese Leitlinien leiten sich von den Werten und Zielen der Endlich-Leben-Gruppenarbeit ab. Im Unterschied zu anderen Selbsthilfegruppen haben Endlich-Leben-Gruppen auch eine klar definierte Leitung.
Durch praxisorientierte Workshops, Referate und Vorträge werden Gruppenleitende geschult. An vier Wochenenden im Jahr findet »Zeit für Begegnung« an unterschiedlichen Orten statt. »Zeit für Begegnung« versteht sich als überregionale Plattform für Betroffene und Leiter der Endlich-Leben-Gruppen. Die Teilnehmer bilden sich durch Referate und Gespräche in Kleingruppen weiter. Neben Ermutigung für Betroffene dienen diese Wochenenden auch zur Weiterbildung der Leiter.
Um die Qualität der Gruppenarbeit zu erhalten, sind Standards vorgegeben, ohne deren Einhaltung sich keine Gruppe als Endlich-Leben-Gruppe bezeichnen darf. Diese Standards sind vertraglich gesichert und werden bei den beantragenden Gruppen nach genauen Regeln zertifiziert.
Anonymität ist oberstes Gebot.
Unsere Regel für sämtliche Begegnungswochenenden und Gruppentreffen lautet:
Was du hier hörst, wen du hier siehst, lass es hier in diesem Raum!
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